Poetisch-sportlicher Schulschluss in Mammern

Am vergangenen Mittwoch fand in Mammern die Schulschlussfeier statt. Im offiziellen Teil wurden neun Sechstklässler verabschiedet; bald werden sie die Sekundarschule in Steckborn besuchen. Danach konnten Schüler, Lehrer, Eltern und andere Besucherinnen und Besucher in einem Postenlauf Fitness, Geschick und Grips beweisen.

Die Sek Steckborn darf sich freuen: Neun starke Persönlichkeiten treten dieses Jahr von der Primarschule Mammern zu den «Grossen» im benachbarten Städtchen über. Klassenlehrer Jan Lendenmann, dem der Abschied von «seiner» Klasse sichtlich schwerfiel, hatte über jeden von ihnen ein Gedicht geschrieben.
Das Mathegenie, welches sein Wissen auch mit Jüngeren teilt, wurde ebenso in Reimform vorgestellt, wie der selbsternannte Chef von allem, die humorvolle Denkerin und der anfänglich stille Junge mit den rehbraunen Augen, der nach zweieinhalb gemeinsamen Jahren plötzlich nicht mehr ganz so still ist. Sie alle werden sich Mitte August aufs Velo schwingen und einen neuen Schulweg unter die Räder nehmen.

Zunächst durften aber die Besucherinnen und Besucher der Schulschlussfeier ihre sportliche Fitness unter Beweis und ihr Glück auf die Probe stellen. Auch Cleverness und Geschick waren gefragt. In einem einstündigen, von der 5. und 6. Klasse organisierten Postenlauf galt es, mit einem Fussball Ziele zu treffen, unter Zeitdruck um die Wette zu zeichnen, die Anzahl Reiskörner und Kieselsteine in einem Glas zu schätzen, paarweise mit zusammengebundenen Beinen zu rennen, Gewürze am Geruch zu erkennen und weitere Aufgaben zu meistern. Trotz hochsommerlicher Temperaturen stürzten sich zahlreiche Teams in den Wettkampf um Siegerruhm, Gummibärchen, Wasserballone und andere Preise.

Die Spiele sind eröffnet …
Das anspruchsvolle Programm
Hier wird der „Fussball-King“ ermittelt.
Rennen auf drei Beinen – das Bild zeigt unterschiedliche Strategien und Techniken.
„Finger-Killer“ heisst diese Disziplin.
Bei diesem Posten musste geschätzt werden: Wieviele Reiskörner bzw. Kieselsteine sind im Glas?
Beim Wettzeichnen
Eine Gruppe, die anonym bleiben möchte (aus offensichtlichen Gründen), zeigt ihren Score
Die Sieger am Jubeln …
… und am Gabentisch

Einige Anwesende hatten während des ganzen Schuljahres eine olympische Form gezeigt: Besonderer Dank erging an die Schulpräsidentin Mona Ribi, welche als Leiterin der Schulbehörde die Voraussetzungen für den erfolgreichen Schulbetrieb schafft, aber auch an den Hauswart Andi Kradolfer, der für manche «Feuerwehrübung» zu haben war, an Isabelle Schäfli, die als Lehrerin kurzfristig einsprang und eine Stellvertretung übernahm, an Seyda Koru, welche den Mittagstisch leitet und mit ihren Kochkünsten auch die anspruchsvollsten kleinen Gastrokritiker begeistert, sowie an das ganze Lehrerinnen- und Lehrer-Kollegium.

Ein grosses Dankeschön an die Lehrerinnen und Lehrer
Für Marianne Sigg und Jan Lendenmann gab’s von den angehenden Sek-Schülern ein Ruhekissen mit Andenken-Funktion

Nach dem sportlichen Engagement wurden die Energiespeicher gefüllt – durch Einnahme kalter isotonischer Getränke und vieler Kohlenhydrate (die zweite, dritte und vierte Klasse bediente Waffeleisen und Popcorn-Maschine, vom Caterer Villiger gab’s ein fantastisches Mah-Meh). Für die stimmungsvolle Deko einer Feier, die bei bestem Wetter unter Sonnenschirmen und Wimpelgirlanden auf dem Schulhof stattfand, hatten die Schülerinnen und Schüler der Basisstufe gesorgt.

Ein wenig fürchte sie sich schon vor der Sek, meinte eine Sechstklässlerin. Grund dafür gibt es wenig. Das Lehrerteam Marianne Sigg und Jan Lendenmann hat für einen gut gefüllten Schulrucksack gesorgt. Von Schulleiterin Manuela Bärtsch erhielten die angehenden Sekschüler zudem ein süss-saures Medi-Kit, mit dem sie für schulische Notfälle gerüstet sein sollten. Inhalt: Gelassenheitsstimulator zum Kauen (Ähnlichkeiten mit einem bekannten Kaugummi sind zufällig), Ersatzgehirn aus Schokolade («Grips forte»), spaghettiförmige Geduldsfäden mit Himbeergeschmack und Lern-Überlebenspillen in Smarties-Form. Damit kann nichts mehr schiefgehen. Steckborn, die Mammerer sind parat!