„Räbeliechtli, wo gasch hii?“

Die Nacht vom 19. November war kalt, klar und windstill – beste Bedingungen für den Räbeliechtliumzug der Schule Mammern. Rund sechzig kleine Lichterträger zogen durchs Dorf, begleitet von Eltern, Grosseltern, Geschwistern und Lehrern. Der stimmungsvolle Anlass war für alle ein beeindruckendes Erlebnis.

“Hui, blaast de Herbstwind, hui, blast er fest.» Diese Textzeile aus dem bekannten Song von Andrew Bond bot zum Glück keine treffende Beschreibung der äusseren Bedingungen. Kein Windhauch bedrohte die Lichter, die nach dem Eindunkeln auf dem Pausenplatz der Schule Mammern entzündet wurden. Der Andrang war gross. Mehr als 200 Personen hatten sich versammelt, um den traditionellen Lichterzauber zu erleben.

Waren letztes Jahr noch kunstvolle Laternen aus farbigem Papier zu sehen, so lautete die diesjährige Devise «back to the roots» – zurück zu den Rüben. Im Unterricht hatten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie anspruchsvoll es ist, ein schönes Räbeliechtli anzufertigen: Zuerst gilt es, mit Rüstmestern und Guetzliformen vielfältige Sujets in die Rinde zu schnitzen, dann muss die Räbe sorgfältig ausgehöhlt und schliesslich mit Kerze und Tragevorrichtung versehen werden. Kein leichtes Unterfangen für kleine Hände. Mit umso mehr Stolz und Freude durfte die Kinderschar singen: «Lueg mis Räbeliechtli a, ich ha‘s sälber gmacht.»

„Räbeliechtli, wo gasch hii?“ In Mammern ging der Umzug auf dem Pausenplatz der Schule Mammern los. Punkt 18.00 Uhr bildeten die Kinder der Basisstufe, Unterstufe und Mittelstufe einen grossen Kreis und stimmten unter Blockflöten- und Gitarrenbegleitung bekannte Räbeliechtli-Lieder an. Danach zog die Lichterschar zum Bocciaplatz, von dort zur katholischen Kirche und zurück zum Schulhaus, wo den Zuhörern erst das schaurige Gespensterlied «Finster, finster» und danach heisse Wienerli mit Brot und Punsch serviert wurden.

Vieles an der Schule ändert sich, manches bleibt gleich. Der Räbeliechtliumzug gehört seit Jahrzehnten zum Jahresprogramm der Schule Mammern. Für die älteren Zuschauer dürfte der herbstliche Anlass inzwischen ein Stück lokales Kulturgut sein, auf das sie sich jedes Jahr freuen, für die kleineren ist er einfach eine aufregende neue Erfahrung. Von allen Seiten tönte es: «Es isch einfach schön!»